Spendenaufruf: Widerstand in Lagern kostet Geld!

“Mir kommt es vor, als ob ich eine lebenslange Strafe bekommen habe, obwohl ich keine Straftat begangen habe.”

Nurjana Ismailova, (20 Jahre, seit 9 Jahren in Deutschland “geduldet”)

Im letzten Sommer demonstrierten die Flüchtlinge aus dem Lager Meinersen, unter ihnen auch Nurjana Ismailova, zum ersten Mal gegen die unerträglichen Verhältnisse in ihrem Lager. Beengte Wohnverhältnisse, keine Privatsphäre, Arbeitsverbote, Wertgutscheine anstatt Bargeld, unzureichende medizinische Versorgung und psychischer Druck durch Heimleitung und Ausländerbehörde gehören zum Lageralltag.

Die Flüchtlinge wollten ihre menschenunwürdige und isolierte Situation nicht mehr hinnehmen und gingen weiter an die Öffentlichkeit. Sie organisierten eine weitere Demostration und forderten mit Unterstützung der Grünen im zuständigen Kreistag Gifhorn die sofortige Schließung des Lagers. Den Flüchtlingen wurde während der Ausschusssitzung das Rederecht verweigert, die Schließung des Lagers abgelehnt.

Währenddessen sind die zahlreichen Schikanen im Landkreis weitergegangen. Die Amtshandlungen und Anweisungen des Leiter der Ausländerbehörde, Kai Renders, beschäftigen mittlerweile mehrere Rechtsanwälte.

Ein Antrag der Familie Ismailov auf Verlassen des Landkreises wurde nicht nur abgelehnt, sondern sogar an den Staatsschutz weitergeleitet, und der Vater von Nurjana wurde aufgefordert, Fingerabdrücke bei der Polizei abzugeben, um ihn psychisch weiter unter Druck zu setzten. Im Landkreis Gifhorn zielt alles auf die Abschiebung der Flüchtlinge – auch wenn viele schon sehr lange – manche über zehn Jahre in Deutschland leben. Die Bedingungen werden so negativ wie möglich geschaffen, dass permanent Stress, Angst, Frustration erzeugt wird. Viele sind krank dadurch und brauchen therapeutische Betreuung.

Herr Ismailow floh mit seiner Familie aus der russischen Republik Dagestan. Er leidet seit langem an Depressionen und massiven Schlafstörungen durch die ständige Bedrohung mit der Abschiebung.

In dieser Zeit hat sich die Gewaltspirale im Nordkaukasus und der Provinz Dagestan immer weiter gedreht. Zwischen mafiösen, korrupten Strukturen im russischen Sicherheitsapparat und islamistischen Rebellengruppen tobt ein erbitterter Kampf um die Macht, von dem immer mehr Menschen in Dagestan unmittelbar betroffen sind. Der SPIEGEL schrieb am 26.07.2010 dazu: „

Nirgendwo in Russland ist die Lage so bedrohlich wie in der Vielvölkerrepublik Dagestan, in deren Nähe 2014 die Olympischen Winterspiele stattfinden. Islamistische Rebellen und Kriminelle verüben täglich Anschläge, der Staat versinkt in Korruption und Polizeigewalt.“

Familie Ismailov kämpft um ihr gesichertes Aufenthaltsrecht. Die Behörden in Gifhorn betreiben die Abschiebung. Im Moment brauchen wir dringend Geld, damit der Rechtsanwalt weiter arbeiten kann. Weitere Mobilisierungen und Aktionen bringen weitere Kosten. Am 24. März rufen die Flüchtlinge im Rahmen des bundesweiten dezentralen „Aktionstags gegen Lagerisolation & rassistische Sondergesetzgebung“ – für Asyl und Bleiberecht in Gifhorn erneut demonstrieren.

Bitte unterstützt die Flüchtlinge in Meinersen. Brecht die Isolation! Schon ein kleiner Beitrag hilft

Als wir diesen Aufruf schreiben überholt uns die dramatische Lage im Landkreis Gifhorn. Ein Flüchtling, der seit 14 Jahren in Deutschland in verschiedenen Lagern lebte und im letzten Jahr in den Landkreis Gifhorn verschoben wurde, beendete sein Leben am 01. März vor einem anrollenden Güterzug. Die Behörde war dabei die Abschiebung zu organisieren. Die Flüchtlinge riefen zum Wut und Trauer Protest vor die Ausländerbehörde und in das Stadtzentrum.

Über:

KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen – Hamburg

c/o Internationales Zentrum

Brigittenstrasse 5, 20359 Hamburg *Tel:040-43 18 90 37 Fax: 040-43 18 90 38 @: free2move nadir.org

Bankverbindung:

Förderverein Karawane e.V.

Kontonummer: 4030780800

Bankleitzahl: 43060967

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Stichwort: Meinersen

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