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Film über Situation für die Flüchtlinge

“ von Nina Kusturica, A 2009, OmU aufmerksam machen, der

um Freitag, 17.12.10, um 20.30 Uhr 

im Kino im Sprengel, Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover (Nordstadt)“

Little Alien
Nina Kusturica, Österreich 2009, 94 min.
Genre: Dokumentarfilm

Inhalt:
„Vier Polizisten haben mich vor ein paar Tagen verprügelt. Da tut es mir heute noch weh“, sagt der dunkeläugige Junge, höchstens 13 Jahre alt, und deutet auf seinen Rücken. Es scheint, als erzählte er einen Actionfilm nach, der ihn kaum berührt hat. Zu viel hat er zuvor erlebt, um neuen Schrecken nah an sich heranzulassen. Die Buben im Sitzkreis nicken dazu, sie alle haben ähnliche Geschichten zu erzählen. Ein nächtlicher Kaffeetratsch unter Kinderflüchtlingen am Hafen von Patras, Griechenland, Europäische Union.
Was Nina Kusturica in ihrem Dokumentarfilm „little alien“ erzählt, wäre kaum zu glauben, hätten nicht Flüchtlingsorganisationen und das UNO-Flüchtlingshochkommissariat wiederholt darüber berichtet: An den Rändern der Festung Europa ist Menschenrechtsverletzung Routine. Kusturica stellt abstrakten Begriffen menschliche Schicksale gegenüber – Kinder, die mit streunenden Katzen in Abbruchhäusern Kaffee über einem Lagerfeuer aus Müll kochen, Pläne für die Überfahrt in die Mitte Europas schmieden, und am Münzapparat dem Vater in Afghanistan versprechen, dass alles gut wird. (Maria Sterkl, derStandard.at)

Die in Sarajewo aufgewachsene Regisseurin Nina Kusturica kennt den Asylapparat: Sie floh nach Kriegsausbruch als 17-Jährige nach Österreich. Nun begleitet sie in ihrer Dokumentation andere Little Aliens: Asha und Nura, junge somalische Frauen, warten im Lager Traiskirchen auf die ‘weiße Karte‘, mit der man sich bis zum Abschluss des Asylverfahrens rechtmäßig in Österreich aufhalten darf. Die Afghanen Alem und Jawid sind schon einen Schritt weiter: In Wien warten beide auf den Bescheid, ob sie gehen müssen oder bleiben dürfen.

Die Teenager Juma und Hishame versuchen unter lebensgefährlichen Umständen, versteckt im Fahrgestell eines LKW, nach Europa zu flüchten, wo sie zu den Gejagten der Grenzbehörden werden. Ahmed, Nura, Achmad und Asha haben es gerade über die Grenzzäune geschafft. In Österreich angekommen, versuchen sie ihr Leben neu zu gestalten und kämpfen für ihr Recht auf eine mehr oder weniger unbeschwerte Jugend.
Jawid und Alem leben schon seit eineinhalb Jahren in Wien, in der Hoffnung auf Gewährung von Asyl. Die traumatische Erfahrung des Verlusts, die Sehnsucht nach ihren Familien, der Blick in eine vollkommen ungewisse Zukunft, die Bedeutung von Paragraphen und Behördenodysseen, die sie zu bewältigen haben, bestimmen den Prozess des Neuanfangs.
Obwohl ihr Leben maßgeblich von oft unmenschlichen Gesetzen bestimmt wird, nehmen sie es mit viel Humor und haben ihre eigenen Mechanismen entwickelt, die ihnen helfen, diese Last zu bewältigen. Sie leben ihre Jugend mit vollen Atemzügen, sind laute, freche, verliebte und heranwachsende Menschen, die gerade für ein selbst bestimmtes Leben kämpfen.
(Mobilefilm/Verleih)

„Little Alien hat einerseits ein feines Sensorium für die Versatzstücke systematischer Ausgrenzung und Abschottung. Wiewohl die dafür Verantwortlichen nie im Film auftauchen, werden die Apparaturen, Grenzwälle, Überwachungsanlagen als gemachte wahrnehmbar – auch den österreichischen Beratungsautomaten hat schließlich jemand entworfen und „gefüllt“, Donauwalzer inklusive.
Andererseits ist Little Alien den Teenagern mit großer Empathie zugetan: Neben Asha und Nura aus Somalia stehen vor allem Jawid und Alem aus Afghanistan im Zentrum von Kusturicas Beobachtungen in Wien. Ihre Schicksale bleiben insgesamt fragmentarisch, aber in den jeweiligen Szenen werden sie ganz nah und konkret: Bei Streifzügen durch die neue Heimat, die nicht nur von Sprachgrenzen eingeengt werden, bei kleinen Tändeleien, einer improvisierten Geburstagsfeier oder dem Feilschen in der Kleiderkammer, wenn die Betreuerin für warme Kleidung plädiert und den Teenagern andere Qualitäten wichtiger sind.
Aber auch, wenn es darum geht, sich zwischen zwei möglichen Vorgangsweisen im Asylverfahren zu entscheiden und niemand einen verbindlichen Ratschlag geben kann; beim abendlichen Zusammentreffen mit einer harschen Polizeistreife, die Ausweise sehen will, oder wenn ein Freund nach seiner Abschiebung aus dem fernen Griechenland anruft.“ (Isabella Reicher / DER STANDARD)

Info zur Veranstaltung:
Vor dem Film informiert eine VertreterIn des Flüchtlingsrats Niedersachsen über die Situation von Kindern und jugendlichen Flüchtlingen in Deutschland und Niedersachsen.
In Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.
Der nächste Aufführungstermin des Films:
17.12.2010 – 20:30 Uhr

http://www.kino-im-sprengel.de/kino/phtml/detail.php3?filme_id=3004&veranst_id=1736&status=Film

7000 KM mit dem Rad durch Deutschland gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. 70 Konzerte für eine menschliche Flüchtlingspolitik.

Liebe JOG-lerInnen und JOG Freunde,

ich möchte euch über die Tour der Tausend Brücken informieren, die ich mitorganisiere. Der Musiker Heinz Ratz, von der Gruppe Strom und Wasser, plant von Januar bis April 2011 eine Konzerttournee durch Deutschland, mit der er auf die Situation von Asylsuchenden und Flüchtlingen aufmerksam machen will. Er will auch ein klares Zeichen gegen Rassismus setzen. Dabei wird er tagsüber mit dem Fahrrad von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort fahren und abends insgesamt rund 70 Konzerte geben, bei denen sowohl bekannte deutsche Musiker und auch Weltmusiker und Musikgruppen von Flüchtlingen selbst teilnehmen können. Wo möglich, will er auch Gemeinschaftsunterkünfte/Lager besuchen.
Da er in allen Bundesländern, also in 76 Städten, Auftritte hat und es uns JOG in vielen der Konzertorte gibt, ist es eine gute Möglichkeit  Jugendliche ohne Grenzen vorzustellen. Das heißt beim Konzert abend dabei sein und wenn ihr lust habt über JOG zu erzählen  und über die Situation der Flüchtlinge vor Ort berichten.
Wir JOG-Niedersachsen werden versuchen bei möglichst viele Konzerte in Niedersachsen dabei zu sein um Jugendliche ohne Grenzen vorzustellen.

Alle Infos zu dem Projekt findet ihr unter www.1000bruecken.de!

Ich würde mich über eine Rückmeldung sehr freuen und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit!

Liebe Grüße

Maurice (JOG-Niedersachsen,)

Termine in Niedersachen und Bremen,

15. Feb Bremerhaven Pferdestall

16. Feb Oldenburg Polyester

17. Feb Bremen Lagerhaus

18. Feb Hannover Che Heinz

19. Feb Hildesheim Kufa

20. Feb Braunschweig Nexus